100-jähriges Jubiläum Gemeinde Lindau & 20-jähriges Jubiläum Junges Bereichsorchester (JUBO) Apostelbereich Ulm
Das bekannte „Amazing Grace“, ausdrucksstark und gefühlvoll von Moderatorin Carolin Wölz gesungen, bildete den emotionalen Auftakt in einen besonderen musikalischen Nachmittag. 100 Jahre Gnade für die Gemeinde Lindau, so eröffnete Apostel Volker Keck das Konzert mit einem Gebet.
Für das große Orchester mit über 100 Instrumentalisten, ein knappes Dutzend Solisten und weitere Musizierende erwies sich die Inselhalle Lindau als perfekten Rahmen für dieses Ereignis. So musste die an sich schon große Bühne um etliche Quadratmeter erweitert werden. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen, welche im Verlauf des Konzertes weit übertroffen wurden.
Den annähernd 800 Konzertbesuchern wurde ein abwechslungsreiches und berührendes Programm geboten. Das Orchester „JUBO & FRIENDS“, welches sich aus jungen und jung gebliebenen Spielerinnen und Spielern zusammensetzte, zeigte eine große Palette an Klangfarben. Nicht oft hat man die Gelegenheit eine Orchester-Besetzung mit fünf Kontrabässen, zwölf Celli und zwölf Querflöten zu erleben. Das Ergebnis: Ein wahrhaft überwältigender Klang.
Die Vorträge, feinfühlig angeleitet durch die beiden Dirigenten Benjamin Desef und Heinz Keck, bestanden aus Orchesterbearbeitungen von bekannten Kirchenliedern und sakralen Chorwerken. So erklang unter anderem „Bis hierher, hat der Herr geholfen“ von Stefan Ruchser aus Karlsruhe, der das JUBO über viele Jahre mit seinen Arrangements begeisterte.
Es folgte ein weiterer glanzvoller Konzertabschnitt, welcher durch die kirchennahe „Gottliebe und Karl Adolf Schön Stiftung“ geprägt wurde. Sie fördert die Musik beispielsweise durch Vergabe von Stipendien, Verleih von Instrumenten und Bezuschussung von Musikschulunterrichten. Gerhard Vielhaber, Professor für Klavier an der Musikhochschule Köln, interpretierte musikalisch vollendet das Kunstlied „Widmung“ von Robert Schuhmann nach einer Bearbeitung von Franz Liszt. Im Weiteren intonierte Prof. Vielhaber mit Chiara Polster und Tobias Jacob beeindruckend die „Romanze“ von Sergei Rachmaninoff zu sechs Händen am Klavier. Virtuos erklang das „Rondo“ aus Mozarts Fagott-Konzert KV 191 durch die mehrfache Preisträgerin Katharina Mätzler, welche ebenfalls von der Stiftung gefördert wird.
Großartige Gesangssolisten mit Melanie Schlerf (Mezzo-Sopran), Andreas Preuss (Tenor) und Patrick Keck (Bass) bereicherten durch ihre stimmliche Brillanz und emotionale Tiefe das Konzertprogramm. So setzte auch Julia Maier aus Wien, bekannt als Sängerin, Songwriterin, Pianistin und durch ihre Tätigkeit in der Arbeitsgruppe Musik Neuapostolische Kirche International mit ihren Liedern „Lord have mercy on my life“ und „Halleluja – Jesus ist mein Erlöser“ einen weiteren musikalischen Höhepunkt.
Zur Überraschung der Besucher folgte dann ein A Capella-Vortrag des Orchesters mit der vier- bis achtstimmigen Motette „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy unter der Leitung von Michael Blank.
Nach dem beeindruckenden Schlussvortrag „Jesus is the living Stone“ mit Orchester und allen Gesangssolisten, bedankte sich das begeisterte Publikum mit einem langanhaltenden Applaus. Zwei Zugaben der Mitwirkenden schenkten den Zuhörenden nochmals Einblick in die musikalischen Fähigkeiten und brachten die ansteckende Spielfreude erneut zum Ausdruck. Die Verbindung von Musik und Glauben machte diesen Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Das 100-jährige Jubiläum der neuapostolischen Kirchengemeinde Lindau sowie die Feier des 20-jährigen Bestehens von JUBO standen bei diesem Konzert stets im Mittelpunkt. So dankte Moderatorin Carolin Wölz im Namen des Orchesters Apostel i.R. Hans-Jürgen Bauer für seine langjährige Förderung der JUBO-Aktivitäten und -Projekte. Mit diesem Nachmittag war auch ein Wechsel in der Leitung des Orchesters verbunden. Hirte i.R. Heinz Keck, Mitbegründer des JUBO, wurde nach 20 Jahren Orchesterleitung verabschiedet. Seinen unermüdlicher Einsatz, seine musikalische Gabe, sein organisatorisches Geschick und insbesondere sein seelsorgerisches Wirken im Orchesterkreis würdigte Apostel i.R. Hans-Jürgen-Bauer in seiner Danksagung. Apostel Volker Keck übergab im Anschluss die JUBO-Orchesterleitung an das neu gegründete Dirigenten-Team.
Alle eingegangenen Spenden des Benefiz-Konzertes gingen an die kirchennahe „Gottliebe und Karl Adolf Schön Stiftung“.