Im Zuge des Wiederbezugs unserer Kirche in Schorndorf dokumentieren wir in Text und Bild die renovierte Kirche und deren Nutzung.
Fahrplan zum Wiederbezug der Kirche:
Am 5. Februar 2023 präsentierten wir unsere Kirche der Öffentlichkeit im Rahmen eines Festakts.
Gut 200 Gäste konnten sich ein Bild vom erneuerten Haus machen. Die Redner des Abends waren
Apostel Hans-Jürgen Bauer, Erster Bürgermeister Thorsten Englert, Dekan Wolfgang Kessler
(katholische Kirche), Dekanin Frau Dr. Juliane Bauer (evangelische Kirche), Architekt Oliver
Fischer sowie Joachim Raff, Leiter der Abteilung Bau und Unterhalt der NAK Süddeutschland.
Vorsteher Werner Waiblinger moderierte den Festakt, der vom Orchester mit 25 Spielerinnen und
Spielern feierlich umrahmt wurde. Bemerkenswert ist die offizielle Einladung der Schorndorfer
ACK, unseren bisherigen Gaststatus in eine Vollmitgliedschaft zu wandeln. Und: Am 8. Februar
besuchte uns der Schorndorfer Oberbürgermeister Bernd Hornikel, der aus Termingründen nicht
zum Festakt kommen konnte, mit einer kleinen Delegation und zeigte sich tief beeindruckt.
Unsere Kirche wurde 2021 / 2022 grundsaniert und umfangreich modernisiert. Vorgaben für Brandschutz,
Sicherheit, Barrierefreiheit und Energietechnik im 65 Jahre alten Haus waren umzusetzen. Das Gebäude
bietet nun für die Gemeinde ideale Voraussetzungen für die Gottesdienste wie auch für vielfältige Formen
des Austauschs, z.B. Unterrichte für Kinder, Angebote für Jugendliche, Seniorentreffen, Proben von Chor
und Orchester, Festivitäten etc. Mit dem Projekt gelang es der NAK Süddeutschland in Kooperation mit
Fischer Rüdenauer Architekten und beteiligten Firmen, der Kirche nach innen und außen eine attraktive
Ausstrahlung zu verleihen und Qualitätsmaßstäbe zu setzen. Eine Festschrift dokumentiert das Projekt
und gibt Einblick in die Gemeindechronik und das Gemeindeleben.
Kirchenschiff und Empore verfügen über 324 Plätze, zuschaltbare Räume schaffen weitere Kapazität von
mind. 40 Plätzen. Außerdem können Gottesdienste oder Veranstaltungen in die Nebenräume übertragen
werden, sollten mehr Besucher da sein. Das Foyer (77 m²) lädt zum Verweilen und zum Gespräch ein,
hier ist wie in den angrenzenden Unterrichtsräumen auch Bewirtung möglich. Die Sakristei (35 m²) ist im
gewöhnlichen Betrieb mit 11 Plätzen ausgestattet, sie kann ohne weiteres auf 25 Plätze erweitert werden.
Die Gesamtnutzfläche der Kirche beträgt 632 m², der Bruttorauminhalt 4.925 m³. Barrierefrei erreichbar
sind die WC-Anlagen, außerdem führt ein Aufzug zum Kirchensaal. Die Außenanlage bietet Stellplätze
für mind. 23 Fahrzeuge und 10 Fahrräder.
Im Sommer 2023 wird die neue Pfeifenorgel von Andreas Schmutz Orgelbau, Donnstetten, eingebaut.
Infolge des Brexit (Pfeifen stammen aus einer methodistischen Kirche in England) sowie wegen Corona
(verzögerte Erstellung einer Halle beim Orgelbauer zur Herstellung des Instruments mit 1188 Pfeifen, die
offenen 16‘-Pfeifen sind über 5 Meter lang) konnte die Orgel zum Wiederbezug nicht eingebaut werden.
Ziel war, den nüchternen Bestandsbau technisch und atmosphärisch aufzuwerten und eine attraktive,
kirchengerechte und zeitlose Architektur entstehen zu lassen. Innen und außen ist die Transformation zu
einem modernen und flexibel nutzbaren Haus realisiert, einschließlich der Neugestaltung der
Außenanlage. Wenige und hochwertige Materialien schaffen eine einzigartige Atmosphäre, sie betonen
Proportionen, gestalten die Fassaden und präzisieren die Organisation der Räume. Eingang und
Orientierung im Gebäude sind klar ausformuliert. Ein Aufzug und eine Fluchttreppe verbessern die
Erschließung. Farbgebung und Materialien interagieren mit dem anspruchsvollen Lichtkonzept und
schaffen eine angenehme Stimmung in der Kirche. Weißtanne, geschliffene Estriche, wertige
Bodenplatten und Kalkputz veredeln die Oberflächen. Außen wechseln sich im Erdgeschoss glatte
Putzflächen mit Holzfassaden ab. Die Holz-Alu-Fenster sind skulptural in die Fassade integriert, die
äußeren Putzleibungen der Fenster zeigen im Kirchenschiff in Richtung Altar. Im Inneren kommunizieren
Möbel und Wände als Einheit. Auch die Kirchenbänke und die Einbauten an der Altarrückwand für Orgel
und Technik integrieren sich in dieses Konzept. Die neue Bestuhlung bedeutet nun einen freien
Mittelgang zum Altar. Heller Kalkputz und Holz an den Wänden im zweigeschossigen Kirchenschiff
verleihen dem großen Raum ein angenehmes Ambiente, er ist nicht mehr so vertikal wie früher, sondern
deutlich horizontaler und gliedert sich in klare Proportionen. Zuschaltbare Flächen unter der Emporesowie die veränderte Geometrie der Empore reagieren auf unterschiedliche Besucherzahlen. Das neue
Foyer strahlt eine einladende Atmosphäre aus. Sanitärbereiche und Küche sind großzügig gestaltet, der
kleine Saal ist niveaugleich an das Foyer angeschlossen. Die Wandeinbauten bieten alle notwendigen
Funktionen für Garderobe, Chorbücher, Fächer und Flächen für Infos, Durchreiche zur Küche und Lager.
Das Foyer ist im Zusammenspiel mit der Küche und dem teilbaren kleinen Saal flexibel für individuelle
Veranstaltungen nutzbar.
Die Kirche wird zwei Mal wöchentlich zur gemeinsamen Feier des Gottesdienstes genutzt. Sie dient
darüber hinaus als Ort für Begegnungen und verschiedene Aktivitäten in der Gemeinde. Mit dem
Verständnis „Die Kirche sind wir“ gestaltet jeder nach eigenen Möglichkeiten das Gemeindeleben aktiv
mit. Es gibt vielfältige Aufgaben, die von vielen Gemeindemitgliedern ehrenamtlich durchgeführt werden.
Dazu gehören Seelsorge, Aktivitäten einzelner Gruppen (Kinder, Jugend, Senioren, Amtsträger),
Unterrichte für Kinder von 3-6 Jahren, von 6-10 Jahren und von 10-13 Jahren, Konfirmandenunterricht,
musikalische Begleitung im Gottesdienst durch Orgel, Chor und Orchester. Der gemischte Chor probt
wöchentlich. Auch das Orchester bereitet sich auf die Gottesdienste vor. Weiterhin gibt es viele
organisatorische Aufgaben und Dienste vom Begrüßen der Gottesdienstteilnehmer bis zum Reinigen der
Kirche und Schmücken des Altars, Pflege der Außenanlagen oder Sonderaufgaben wie Online-Streaming
der Gottesdienste, Überwachung technischer Einrichtungen u.a. Während der Sonntagsgottesdienste
finden Kinderunterrichte für unsere ganz jungen Gemeindemitglieder in Nebenräumen statt. Außerdem
Text: Werner Waiblinger
Fotos: Timo Heinz, Oliver Fischer